Donnerstag, 16. März 2006

Mittwoch, 15. März 2006

Der neue SGE-Junioren-Schachkurs

Die Schachgesellschaft Emmenbrücke kämpft (wie viele andere, ähnlich strukturierte Vereine) schon seit Jahren mit Nachwuchs-Problemen. Schach ist, wie alle statistischen Zahlen im Internet zeigen, momentan nicht so hoch im Kurs bei den Kids. Zu gewaltig ist die Playstation-, Sport-, DVD- oder CompiGame-Konkurrenz...

Doch seit rund einem halben Jahr versucht nun eine vom Schreibenden initiierte "Lehrer-Gruppe", diesem für die Zukunft unseres Vereines fatalen Zustand zuleibe zu rücken. Jeden Donnerstagabend von 18.30 bis 19.30 Uhr scharen die erfahrenen Klubspieler Josef Lustenberger, Andy Matter, Fredy Jung, Hans Lustenberger, Renzo Mazzoni sowie ich als Koordinator abwechselnd ca. ein Dutzend hoffnungsvoller JuniorInnen um sich.

Schachlehrer Josef Lustenberger und seine Zöglinge beim Kurs-Thema
"Beseitigung einer Verteidigungsfigur" (Foto: W.E./16.3.06)

Systematisch werden dabei die jungen Talente mit Tipps und Tricks rund um das Turnierschach versehen. Und im Gegensatz zu früheren Jahren, da unsere Juniorenbetreuung etwas das Image einer lustigen, nicht immer disziplinierten "Kinderkrippe" hatte, wird nun das "seriöse" Schachspiel stark in den Vordergrund gerückt. Mithilfe anerkannter Lehrmittel wie z.B. "Schachtaktik" oder "Schachschule", herausgegeben vom Schweiz.Schachverband, versuchen der Schreibende und seine Mitstreiter, den meist begeistert mitmachenden Eleven die Geheimnisse des erfolgreichen Eröffnungs-, Mittel- und Endspiels zu vermitteln. Und wo früher das "fröhliche Klötzchenschieben" vorherrschte, kommen nun spezifisch schachtaktische und -strategische Stichwörter wie "Hinlenkung", "Räumung", "Überlastung", "Verteidigungslinie" u.v.a. aufs Brett.



Aber nicht nur den schon etwas Fort-geschrittenen, sondern auch den Newbies will das neue Kurskonzept etwas bringen. Behutsam, aber konsequent werden die Anfänger von Fredy und Hans in einer eigenen "Abteilung" am Demonstrations-brett und mit geeigneten Unterrichts-materialien an die elementaren Regeln herangeführt - und wie man hört, sind auch hier schon einzelne sehr vielversprechende Ansätze zu verzeichnen!
Bei dieser Gelegenheit sei auch mal der Gersag-Leitung ein besonderes Kränzchen gewunden! Denn unserem Wunsch nach vermehrten Schulungsräumlichkeiten wurde von Seiten der Restaurant-Führung spontan und gerne entsprochen. So wird es möglich sein, im nächsten Jugend-Kursjahr eine dritte Leistungsklasse zu führen, um das "Feld" noch effizienter differenzieren zu können.

Schachlehrer Fredy Jung mit seinen Newbies: "Springer am Rand: Kummer und Schand!" (Foto: W.E./16.3.06)


Der Schreibende hofft natürlich, dass diese neue Strategie der SGE-Juniorenbetreuung früher oder später schöne Früchte für unseren Verein zeitigen wird. Andernfalls wäre es um die Zukunft der Schachgesellschaft nicht sonderlich rosig bestellt. Dabei ist sicher auch ne gehörige Portion Geduld vonnöten: Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden - und die erfolgreiche Jugendabteilung eines Schachklubs schon gar nicht!
Schachlehrer Andy Matter mit den SGE-Zöglingen:
"Welche Figur ist überlastet?" (Foto: W.E.)

Das erklärte Fernziel unseres neuen Junioren-Jahreskurses lautet jedenfalls: Das Alter eines mehrmaligen SGE-Vereinsmeisters soll von 50 Jahren (Status quo) auf 20 runtergefahren werden... Die nächsten paar Vereinsjahre werden zeigen, ob dieses hohe Ziel erreicht werden kann.

Walter Eigenmann, März 2006